Mittwoch, 20. Februar 2013

MINT 2020 – der Unterricht von morgen

Die Industriellen Vereinigung hat am 18.02.2013 das gemeinsam mit der Universität Klagenfurt erarbeitete Unterrichtskonzept MINT2020 vorgestellt und damit ein dringend notwendiges Rahmenkonzept für einen visionären und begeisternden MINT-Unterricht der Zukunft vorgelegt! 

Wir müssen heute handeln und alles dafür tun, dass wir Begeisterung und nachhaltiges Interesse an den MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)- Fächern bei Kindern und Jugendlichen schaffen! Als Innovationsstandort sind wir auf qualifizierte Fachkräfte aus den MINT-Bereichen angewiesen um den Ausbau von Innovationskraft voranzutreiben – zum Erhalt von unserem Lebensstandard und Wohlstand!


Österreich leidet schon seit längerem an einem eklatanten Mangel an technisch-naturwissenschaftlich Qualifizierten, die für unseren Wohlstand eine Schlüsselkomponente einnehmen! Bereits heute haben mehr als acht von zehn Industrieunternehmen Probleme, qualifiziertes Personal zu finden.

Trotz der top Jobaussichten für die Absolventen der MINT-Bereiche – bis 2020 werden insgesamt fünf Millionen neue Jobs im technischen Bereich in Europa entstehen – stehen MINT-Fächer bei der Ausbildungswahl niedrig im Kurs. 



Mit MINT 2012 wollen wir eine nachhaltige Veränderung bewirken! Die österreichischen Schüler und Schülerinnen zeigen derzeit eine sehr geringe instrumentelle und zukunftsorientierte Motivation in den Naturwissenschaften auf, die auf Sinn- und Verwendungszusammenhänge zielt. Diese ist aber zentral für die Identifikation mit den Fächern und somit auch für die spätere Berufswahl. Auch im Hinblick auf die Leistungsebene zeigt sich, dass unsere Schüler und Schülerinnen in Mathematik und den Naturwissenschaften nur im Durchschnitt der OECD liegen. Durch innovative Lehr- und Lernumwelten müssen wir den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, fachliche Kompetenz, subjektiven Sinn, positive Emotionen und ein Kompetenzerleben in den MINT-Fächern  zu entwickeln!

Um diese Entwicklung zu ermöglichen, müssen wir den Unterricht von heute in ein zukunftsfähiges Morgen heben! Der Unterricht muss anwendungsbezogener, problemlöseorientierter, offener und handlungsorientierter werden! Unsere Schülerinnen und Schüler müssen forschend Lernen dürfen. Gerade die Naturwissenschaft  und Technik bietet unzählige Wege, zu Lernendes praktisch umzusetzen. Durch fächerübergreifendes Lernen haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das Gelernte in einem viel größeren Zusammenhang zu sehen. Es wird somit viel leichter, einen Sinn hinter dem Gelernten zu sehen und das Gelernte wird nachhaltiger gespeichert. 

Um andere zu begeistern, muss man selber begeistert sein! Daher sehen wir im Unterricht von morgen Lehrpersonal, dass Begeisterung im Fach mitbringt und als Rollenvorbild für die Kinder dienen kann. Aber auch die Schülerinnen und Schüler sollen die Begeisterung weitergeben, durch die zeitweise Übernahme der LehrerInnenrolle vor Mitschülern und Schülern anderen Schulstufen. Somit werden neben dem Erlernten auch social  & soft skills trainiert. 

Wesentlich für die Stärkung der Kompetenz in den MINT-Fächern ist auch ein geschlechtergerechter MINT-Unterricht. Mädchen und Buben müssen gleichermaßen angesprochen werden! Das bedeutet eine geschlechtergerechte Interaktion im Unterricht und die Auswahl von Themen, die beide Geschlechter ansprechen. Denn leider sind nach wie vor Frauen in der Forschung in Österreich eine Seltenheit.
 

Die Tatsache, dass wir derzeit im Schulsystem darauf setzen, dass alle Schüler und Schülerinnen zur gleichen Zeit den selben Stoff mit der gleichen Methode lernen, ist nicht mehr zeitgemäß und steht im Widerspruch mit lernpsychologischen Erkenntnissen. Daher sieht MINT2012 eine Förderkultur im Sinne innerer Differenzierungsmaßnahmen als unumgänglichen Bestandteil der nachhaltigen Unterrichtsgestaltung. Das Eingehen auf besondere Begabungen sowie spezielle Defizite prägen den Unterricht ebenso, wie Einzel-und Gruppenförderungen in der Schule, außerhalb und parallel zum Regelunterricht!

Ein zentrales Element von MINT2020 ist der Werkunterricht neu. Das Potential des Werkunterrichts muss voll ausgeschöpft werden! Im Werkunterricht von morgen haben Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, das Gelernte praktisch anzuwenden und somit MINT-Fächer in der Praxis anzuwenden.

Da eine Stärkung der Kompetenz in den MINT-Fächern  und eine persönliche Bezugsbildung zu den gelernten Inhalten ein wesentlicher Erfolgsfaktor sind, fordern wir auch eine neue Prüfungskultur. Wir müssen wegkommen vom derzeit häufigen Auswendiglernen! Wer nur auswendig lernt, der hat kein tieferes Verständnis für die Inhalte. Wir müssen anfangen, in den Prüfungen Anwendungsfragen und Problemlösefragen zu stellen, für deren Beantwortung ein tieferes Verständnis notwendig ist.

Die offene Schule von morgen ist nicht mehr an das Schulgebäude gebunden. Der Lernraum wird auf verschiedene Bereiche erweitert. Werkstätten, Bibliotheken, Museen, Unternehmen etc., werden so zu blickwinkelerweiternden  Lernorten.

Um den Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu sichern, brauchen wir heute ein Umdenken! Wir müssen das natürliche Interesse von Kindern am Entdecken und Erforschen fördern und unterstützen. Von der Volksschule bis zur Universität. Nur wenn wir es schaffen, den Schülerinnen und Schülern die entscheidende Kompetenz in den MINT-Fächern zu vermitteln, um ihnen eine aktive Partizipation an unserer immer stärker technologieorientierten Innovationsgesellschaft zu ermöglichen, werden wir unseren Wohlstand und Lebensstandard auch für die nächsten Generationen sichern können!

Ihre Doris Bock




Donnerstag, 31. Januar 2013

Forschungsprämie neu – weniger Bürokratie und schnellere Abwicklung!

Die Verhandlungen zum Thema Vergabe der Forschungsprämie sind erfolgreich verlaufen! Die  Industriellenvereinigung hat sich stark dafür eingesetzt, dass die Stimmen der forschenden Unternehmen gehört werden und eine praxisnahe Verordnung gefunden wird. Somit war es möglich, eine unbürokratische und wirtschaftsfreundliche Regelung einzuführen!

Die Verordnung des Finanzministeriums ist seit 2013 in Kraft. Die neue Verordnung bringt neue Prozesse mit sich. Die Unternehmen müssen ein Gutachten der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) über die inhaltlichen Voraussetzungen der eigenbetrieblichen Forschung einholen. Um den Unternehmen eine schnelle Abwicklung zu gewährleisten, wurde gesetzlich eine Frist für die Erstellung der Gutachten durch die FFG von vier Monaten verankert. Eine Frist, die im Regelfall um zwei Monate unterboten werden soll. Um den administrativen Aufwand der Unternehmen zum Erlagen der Forschungsprämie so gering wie möglich zu halten, wurden die Anträge zudem mit maximal 20 Schwerpunkte mit 3000 Zeichen pro Forschungsschwerpunkt begrenzt.

Ein weiterer wichtiger Punkt war für uns die Anerkennung der Kosten, die in der Überleitung von Forschung zur Produktion entstehen. Denn in anderen OECD-Ländern werden diese Kosten längst in die Bemessungsgrundlagen der Forschungsförderung einbezogen. In der neuen Verordnung wurde die Produktionsüberleitung bzw. Produktionsfertigmachung nun berücksichtigt. Ein weiterer Schritt in Richtung Wettbewerbsfähigkeit für unsere Unternehmen!!

Haben Sie gewusst, dass in Österreich 60% der gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen vom privaten Sektor aufgewendet wird? Umso wichtiger war es uns, endlich die Maßnahmen zur Verbesserung der Forschungsprämie umgesetzt zu sehen!


Ich freue mich daher sehr, dass wir gemeinsam eine Neuregelung bei der Forschungsprämie gefunden haben, die wirtschaftsfreundlich und praxisnah ist! Wir werden uns auch weiterhin für den Erhalt, den Ausbau und die Verbesserung des Forschungs- und Innovationsstandortes Österreich  einsetzen! Forschung und Innovation sind die Grundbausteine für eine langfristig erfolgreiche Wirtschaft! Denn nur wo es Weiterentwicklung gibt, bleibt auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhalten! Und die ist ein wesentlicher Faktor für den Wirtschaftsstandort Österreich und unseren Wohlstand!

Ihr Manfred Gerger

Montag, 21. Januar 2013

Stipendium für Masterstudium 
Optoelektronik/Photovoltaik/Erneuerbare Energie








Ausschreibung

 Stipendium für
Masterstudium
 Optoelektronik/Photovoltaik/Erneuerbare Energie
(im Wert von 18.000.-)

Der
ARGE ZUTEC Cluster schreibt ein
Stipendium
für das fünfsemestrige Masterstudium Optoelektronik/Photovoltaik aus,
das von der Johannes Kepler Universität am Standort ZIS-FF Fürstenfeld im Sommersemester 2013
 berufsbegleitend angeboten wird.

Bei erfolgreichem Abschluss des Studiums besteht auch eine Joboption in den Clusterbetrieben.

Voraussetzung: akadem. Vorbildung (BAKK, MA, DI FH oder Uni)


Bewerbungen: bis 22 . Februar 2013 an:

Dr. Melitta Becker-Unger, ZIS-FF, 8280 Fürstenfeld, Schillerplatz 1
Tel. +43 3382 55299; Email: info@zis-ff.at; www.zis-ff.at

 


Dienstag, 15. Januar 2013

Neujahrsempfang der Industriellen Vereinigung Burgenland in Eisenstadt

Am 8. Jänner 2012 fand im Joseph Haydn Konservatorium Eisenstadt der Neujahrsempfang der IV-Burgenland statt.  Es hat mich sehr gefreut, dass viele Mitglieder, Freunde und gern gesehen Gäste der IV- Burgenland der Einladung gefolgt sind und für eine ausgezeichnete Stimmung gesorgt haben.

Mit Prof. Manfred Prisching, von der Universität Graz, durften wir einen Soziologie-Experten als Gastvortragenden begrüßen, der sich in seinen Ausführungen mit der Erbschaft beschäftigt, welche wir unseren Kindern hinterlassen. Ein äußerst spannendes Thema! Er betonte dabei, dass der Erfolg der vorigen und unserer Generationen auf drei Säulen ruht: Verschuldung, Leistung und billigen Rohstoffen. Die Situation der Jüngeren dagegen ist heute schwieriger „Ressourcen sind teuer geworden und weiter verschulden können wir uns nicht mehr. Deshalb wird die langfristige Frage sein, was für eine Erbschaft unsere Generation hinterlässt." Laut Prof. Prisching bleibt somit in Zukunft nur die eigene Leistung. „Diese muss unter erschwerten Bedingungen erbracht werden. Es kommen die extremen Belastungen des Sozialsystems dazu. „Wir werden keinen Weltuntergang erleben, aber wir gehen in eine offene Situation hinein und müssen viel erfinden“, meint Prisching und spricht von einem  „Europäischen Fenster“, das es zu verstehen und zu nützen gilt.

Für eine ganz hervorragende musikalische Umrahmung des Neujahrsempfanges sorgten zwei Studenten des Haydnkonservatoriums  auf dem Klavier. Matias Alzola und Julian Hedenborg, beide Studierende der Klavierausbildungsklasse Prof. Stanislaw Tichonow interpretierten Werke von Franz Liszt und einem Argentinischen Komponisten und zeigten große musikalische und technische Reife!

Für mich ist der Neujahrsempfang auch eine Gelegenheit um ein Resümee zu ziehen über das vergangene Jahr, und meine Wünsche für den Wirtschaftsstandort Österreich für das Neue Jahr zu formulieren.

Das letzte Jahr war für mich das Jahr der zögerlichen Schritte. Es hat in vielen Bereichen erste Schritte in die richtige Richtung gegeben. Sei es im Hinblick auf das Gesundheitssystem oder auf Kurzarbeit. Jedoch reichen die bisher gesetzten Schritte bei weitem nicht aus! Die Rahmenbedingungen müssen dringend verbessert werden, damit wir den Wirtschaftsstandort Österreich gerade in wirtschaftlich schwierigen und unsicheren Zeiten stützen und ausbauen können! Die essentiellen Rahmenbedingungen müssen nicht nur zügig umgesetzt werden sondern auch nachhaltig! Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten!

Die bisher gesetzten, zögerlichen, Schritte zeigen ganz deutlich, dass es den politischen Entscheidungsträgern am notwendigen Mut fehlt. Am Mut notwendige Reformen anzugehen, am Mut Rahmenbedingungen zu schaffen die den Wirtschaftsstandort nachhaltig sichern, am Mut – gerade in einem Wahljahr- unfinanzierbare „Zuckerln“ zu streichen um einen effizienten Einsatz öffentlicher Mittel zu gewährleisten.  Die Liste lässt sich noch lange weiterführen. Sie sehen, es gibt noch viel zu tun!

Wir müssen nachhaltig und zukunftsorientiert denken, um heute den Bestand und die Expansion unserer Betriebe zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und unseren Wohlstand zu sichern!

Daher werden wir auch dieses Jahr weiterhin an unseren Themen wie Innovation, Forschung, Entwicklung, Bildung, qualitativ hochwertige Ausbildung, moderne Verwaltung, professionelle und konsequente Standortpolitik, den effizienten Einsatz öffentlicher Mittel und eine sinnvolle Infrastrukturpolitik festhalten und diese mit aller Kraft vorantreiben!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes und vor allem gesundes Neues Jahr! Behalten Sie Ihre Kraft und Ihr Engagement für ein erfolgreiches 2013!

Ihr Manfred Gerger


















Mittwoch, 9. Januar 2013

Starke Generation 50+ in unseren Betrieben- wie schaffen wir es?

Ältere ArbeitnehmerInnen werden von den österreichischen Betrieben immer mehr geschätzt. Sind sie doch die Experten, die bereits über jahrelange Erfahrung in ihren Bereichen verfügen. Das positive Verhältnis zwischen älteren ArbeitnehmerInnen und Betrieben zeigt sich vor allem darin, dass trotz schwieriger konjunktureller Situation die Beschäftigung bei älteren ArbeitnehmerInnen deutlich wächst. Im November 2012 betrug das Beschäftigungswachstum der Generation 50+ gegenüber dem Vorjahr  41.000 Personen, das entspricht 5,7 Prozent.
 

Da die Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen bereits zunimmt, kann ich Forderungen nach Zwangsmaßnahmen für Betriebe nicht nachvollziehen! Ich halte derartige Forderungen für absolut kontraproduktiv!
 

Die Betriebe setzen vermehrt auf ältere ArbeitnehmerInnen jedoch gilt es, die Rahmenbedingungen jetzt zu verbessern. Denn ohne ältere ArbeitnehmerInnen werden wir in Zukunft den Wirtschaftsstandort Österreich nicht mehr ausreichend mit Arbeitskräften versorgen können! Die Altersverteilung der Bevölkerung wird sich in den nächsten Jahren tiefgreifend verändern. Bereits ab 2020 wird die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen erstmals den größten Anteil an Personen im  Erwerbsalter darstellen. Gleichzeitig geht die Anzahl der 15- bis 24-Jährigen zurück. Wir können es uns nicht mehr leisten, auf die Generation 50+ am Arbeitsmarkt zu verzichten!
 

Wenn wir uns die demografischen Daten ansehen, ist es unverständlich, dass das faktische Pensionsantrittsalter in Österreich bei 58,3 Jahren liegt. Gerade bei der Beschäftigungsquote Älterer liegt Österreich um einiges hinter dem OECD-Schnitt! Bei den 50- bis 64-Jährigen liegen wir um 4,1 Prozent hinter dem OECD-Schnitt und  bei den 60- bis 64-Jährigen liegen wir bereits um 19,1 Prozent zurück. In der Gruppe der 65- bis 69-Jährigen arbeiten in Österreich nur mehr 9,5 Prozent und somit nur noch halb so viele wir in den  OECD-Ländern (18,5 Prozent). Die Zahlen sprechen für sich. Wir können uns dieses System nicht mehr leisten! Hier ist eine grundlegende Reform des Pensionssystems notwendig um frühzeitige Pensionsformen einzudämmen und das gesetzliche Frauenpensionsalter umgehend an das der Männer anzupassen! Und nicht erst in ein paar Jahren! Wir müssen heute handeln, damit wir uns morgen bereits auf dem richtigen Weg in eine sichere und nachhaltige Zukunft befinden.
 

Die Arbeitszeitflexibilisierung ist ebenfalls im Hinblick auf die Beschäftigung Älterer ein wesentlicher Faktor! Hier gilt es, mehr Flexibilität auf betrieblicher Ebene zu schaffen, damit die Abreitszeitgestaltung den Bedürfnissen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer angepasst werden kann. Altersteilzeit, individuelle Reduktion der Normalarbeitszeit, Bildungsteilzeit und Kurzarbeit sind sinnvolle Instrumente zur Steigerung der Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen. Diese Instrumente gilt es zu erweitern und den Mitarbeitern und den Betrieben hiermit eine größtmögliche Flexibilität zu schaffen!
 

Hohe Lohnnebenkosten verteuern den Faktor Arbeit, kosten Kaufkraft  und wirken sich negativ auf  Beschäftigung aus. Daher ist eine Senkung der Lohnnebenkosten und der Arbeitszusatzkosten gerade auch für Ältere dringend notwendig!
 

Nur wenn wir die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung Älterer ändern und optimieren, werden wir auch auf lange Sicht den Wirtschaftsstandort Österreich wettbewerbsfähig halten können!
 

Wenn wir es schaffen, die Rahmenbedingungen so zu ändern, setzen wir positive Anreize für die Beschäftigung von Älteren und sichern somit, durch eine hohe Erwerbsbeteiligung, den Lebensstandard für uns alle! Nachhaltig!
 

Ihr Manfred Gerger

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Schritt für Schritt – Eine Annäherung an ein effizientes und nachhaltig finanzierbares Gesundheitssystem


Die Mühlen mahlen langsam, wenn es in Österreich darum geht Systeme, effizient und nachhaltig umzugestalten. Das gilt auch für das Gesundheitssystem. Nach fast zweijährigen Verhandlungen von Bund, Ländern und Sozialversicherung hat man sich auf eine 15a-Vereinbarung zu einem gemeinsamen Zielsteuerungssystem-Gesundheit geeinigt - ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Effizienz in der Gesundheitsversorgung! Grundlage ist ein Ausgabendämpfungspfad, durch den eine kumulierte Kostendämpfung von 3,4 Milliarden Euro bis 2016 realisiert werden soll.

Das ist bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung, denn derzeit leisten wir uns eines der teuersten Gesundheitssysteme der OECD-Staaten mit hohem Effizienzpotential!

Das Österreichische Gesundheitssystem bietet der Bevölkerung Zugang zu qualitativ hochwertigen Leistungen und sichert eine flächendeckende Versorgung. Damit wir die bestmögliche medizinische Versorgung auch weiterhin für die gesamte Bevölkerung sicherstellen können, bedarf es jetzt grundlegender und zukunftssichernder Reformen des Gesundheitssystems!

Um ein Umsetzung der bisher beschlossenen Reformmaßnahmen auch zu gewährleisten, braucht es zu allererst eine klare Zuordnung der jeweiligen Finanzierungsverantwortung und verbindliche Sanktionsmechanismen! Dann wird es auch schon höchste Zeit sich den weiteren reformbedürftigen Faktoren des Gesundheitssystems anzunehmen. Denn das Gesundheitssystem krankt leider noch an vielen Ecken und Kanten!

Hohe Kostenverursacher sind die zersplitterten Kompetenzen im Gesundheitswesen und die leider häufigen und unnötigen Doppelgleisigkeiten. Besonders im Hinblick auf die drohenden Kostensteigerungen durch die demografischen Veränderungen müssen wir rasch gegensteuern, sonst werden die Kosten vollends aus dem Ruder laufen!

Effizienzsteigerung ist in vielen Bereichen des Gesundheitssystems möglich und dringend notwendig! Derzeit leisten wir uns in Österreich quasi „zwei Gesundheitssysteme“ nebeneinander. Durch die strikte Trennung zwischen stationärem und niedergelassenem Bereich, die durch mangelnde gemeinsame Planung, Finanzierung und Steuerung sowie aufwändige Parallelstrukturen gekennzeichnet ist. Die strikte Kompetenztrennung und die Pauschalabgeltung der Krankenversicherungsträger für spitalsambulante Leistungen bewirken falsche Anreize, mitunter Leistungsverschiebungen aus dem niedergelassenen Bereich in die Spitäler. Unnötige Mehrkosten sind die Folge!

Viele Behandlungen, die ambulant in gleicher Qualität, aber kostengünstiger vorgenommen werden könnten, werden stationär durchgeführt. Das liegt unteranderem an den Rahmenbedingungen die für den niedergelassenen Bereich gelten aber nicht mit dem stationären Bereich abgestimmt werden. Es fehlen z.B. adäquate Öffnungszeiten an Wochenenden und Feiertagen im niedergelassenen Bereich, die PatientInnen ins Spital ausweichen lässt. Die Parallelstrukturen müssen überarbeitet werden und die Leistungen auf der richtigen Versorgungsebene erbracht werden!

In den meisten Spitälern werden zu viele Behandlungen angeboten, die sich sowohl in ökonomischer, aber auch in qualitativer Hinsicht nachteilig auswirkt. Die empfohlenen Mindestfallzahlen werden in vielen Fällen nicht erreicht somit entstehen hohe Kosten pro Behandlung. Es muss eine Abstimmung zwischen den einzelnen Spitälern betreffend der angebotenen Behandlungen geben. Spezialisierte Standorte für bestimme Operationen wären hier eine effiziente Lösung!

A
n dieser Stelle möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass nicht nur in den Spitälern Einsparungspotential vorhanden ist sondern auch die Verwaltung der GKK  eingeschrenkt werden
könnte!

Ein weiteres Problem für die Krankenhäuser ist die gesetzlich sehr detailliert vorgeschriebene Krankenhausorganisation, die den Krankenhäuser wenig Spielraum bietet wenn es darum geht, auf spezifische, sachliche oder räumliche Gegebenheiten eingehen zu können. Um hier ein effizienteres Krankenanstaltenwesen zu ermöglichen, dürfen die Vorgaben, wie zu Personal, Organisation oder Infrastruktur, die Krankenhäuser nicht übermäßig einschränken! Hinzu kommt, dass diese Vorgaben in den Bundesländern oft unterschiedlich geregelt sind – ein weiteres Hindernis auf dem Weg zur Effizienzsteigerung!

Ein bundesweit einheitliches Krankenanstaltengesetz könnte die Rahmenbedingungen für eine effiziente und treffsichere Steuerung des Gesundheitssystems optimieren!

Um Transparenz und Vergleichbarkeit zu schaffen, sollte die Finanzierung des laufenden Betriebs der Krankenanstalten einschließlich Investitionen ausschließlich über ein einheitliches Abrechnungssystem (z.B. das LKF-System) erfolgen.

Damit PatientInnen in Zukunft auf der richtigen Versorgungsebene behandelt werden, muss die Position des Hausarztes/der Hausärztin als zentrale Rolle für die Gesundheit der PatentInnen gestärkt werden. So können Überweisungen an andere Ebenen (z.B. Fachärzte) in einem sinnvollen Ausmaß gehalten werden.

Abschließend möchte ich noch einen weiteren problematischen Faktor für unser Gesundheitssystem aufführen - wir selber. Die österreichische Bevölkerung weist trotz überdurchschnittlichem Ressourceneinsatz eine unterdurchschnittliche Gesundheitserwartung auf. Dies ist nicht alleine auf Effizienzmängel im System zurückzuführen sondern auch auf einen nachlässigen Umgang mit der eigenen Gesundheit und einem der Gesundheit nicht förderlichen Lebensstil. Unser Gesundheitssystem ist zu kurativ und zu wenig präventiv orientiert. Darüber hinaus fehlt es an Anreizen, die die Versicherten zu einem gesünderen Lebensstil animieren. Durch Prävention könnte die Krankenstandshäufigkeit (durch Krankheit und Unfall) reduziert werde. Das würde auch gleich einen signifikanten volkswirtschaftlichen Mehrwert bringen: 2008 betrugen die Wertschöpfungsverluste infolge von Krankenständen 4,8 Milliarden!

Sie sehen, es gibt viele Bereiche und Faktoren des Gesundheitssystems die unbedingt reformiert gehören! Es kann nicht sein, dass wir durch ineffiziente Strukturen und Angebote das Gesundheitssystem weiter belasten! Im Interesse unserer Zukunft sollten wir die notwendigen Reformen zügig durchführen! Wenn wir nicht rasch Maßnahmen setzen, sehe ich den Zugang zu qualitativ hochwertigen Leistungen und einer gesicherten, flächendeckenden Versorgung gefährdet. Meine Appell an Bund, Ländern und Sozialversicherung, investieren wir nicht weiter in ein krankes System sondern gehen wir die Reformen an und schaffen ein effizientes, nachhaltiges und finanzierbares Gesundheitssystem!

Ihre Doris Bock

Freitag, 14. Dezember 2012

Kurzarbeit- endlich die ersten Verbesserungsschritte 

In Zeiten großer konjunktureller Herausforderungen müssen gezielte Maßnahmen getroffen werden, damit Unternehmen konjunkturelle Einbrüche bewältigen und Arbeitsplätze erhalten werden können!
 

Daher war es auch höchste Zeit, die nun von der Bundesregierung angekündigten Verbesserungsschritte im Bereich der Kurzarbeit, anzugehen. Diese Maßnahmen können jedoch nur als Anfang gesehen werden! Denn zur Optimierung des Kurzarbeits-Instrumentariums sind noch viele weitere Schritte notwendig!
 

2009 wurde das Kurzarbeits-Instrumentarium befristet umgesetzt. Auch wenn dies ein wichtiger Schritt in der Finanz- und Wirtschaftskrise war, darf nicht vergessen werden, dass die Umsetzung für die Unternehmen auch mit sehr hohen Kosten verbunden war. Daher ist eine rechtzeitige Attraktivierung der Rahmenbedingungen für die Kurzarbeit dringend erforderlich!
 

In Österreich hat auch die zwingend verlangte Sozialpartnervereinbarung  für die Betriebe zu spürbare Zusatzbelastungen geführt! Bei unserem Nachbarn Deutschland ist dies für Betriebe nicht gesetzlich vorgeschrieben. Daher konnte die Kurzarbeit dort auch fünfmal häufiger in Anspruch genommen werden und hat in Deutschland somit auch stärker zur Beschäftigungssicherung beigetragen! Dieses Beispiel zeigt ganz deutlich, dass eine betriebsfreundliche Umsetzung des Kurzarbeits-Instrumentariums nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stützt, sondern auch ein wesentliches Instrument zur Beschäftigungssicherung ist! Diese Unterstützung, im Sinne der Unternehmen und der ArbeitnehmerInnen, wünsche ich mir auch für Österreich!
 

Wir brauchen in Österreich ein Umdenken! Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es dringend notwendig, stärker auf individuelle Herausforderungen der Unternehmen einzugehen!
 

Die nun beschlossenen Maßnahmen, wie die geplante Abdeckung des erhöhten Dienstgeberaufwandes für die Sozialversicherung bei der Kurzarbeit ab dem 5. statt - wie bisher - ab dem 7. Monat, ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die Übernahme des erhöhten Sozialversicherungsaufwandes ab dem 1. Monat bei der Kurzarbeit mit Qualifizierungsmaßnahmen sowie die Wechselmöglichkeit von Kurzarbeit zu Kurzarbeit mit Qualifizierung sehe ich als positive Signale. Jedoch sind sie noch lange kein Grund zu Jubeln! Es bedarf noch vieler Verbesserungen bis das Kurzarbeits-Instrumentarium eine Qualität erreicht hat, auf die wir in Österreich längerfristig bauen können!
 

Kurzarbeit muss attraktiver werden! Wir brauchen weitere Optimierungsmaßnahmen! Weshalb diese bisher noch nicht möglich waren, kann ich, gerade in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation, nicht nachvollziehen! Wie das Beispiel Deutschland zeigt, ergibt sich durch eine sinnvolle Implementierung des Kurzarbeits-Instrumentariums eine Win-Win-Situation. Für die Betriebe, die ArbeitnehmerInnen, für den Wirtschaftsstandort und für Österreich.
 

Bleiben wir im Gespräch, damit auch in Österreich die Kurzarbeit über kurz oder lang zu einem unterstützenden Instrumentarium wird!
 

Ihr Bernd Zauner