Donnerstag, 25. Oktober 2012

Wie schön könnte man Unterricht gestalten!!
Pannotechnikus – Kinder an die Technik!

Die Welt entdecken – dieses Bedürfnis ist jedem Kind in die Wiege gelegt! Das Interesse am Erforschen und Experimentieren müssen wir unseren Kindern ein Leben lang erhalten! Denn durch Forschen entsteht Innovation, und Innovation bedeutet Zukunft!

Unter dem Motto „Kinder an die Technik“ wurde am 11. Oktober 2012 der erste Pannotechnikus Wettbewerb der IV-Burgenland  in Steinbrunn durchführt.

Über 60 Schülerinnen und Schüler aus 14 Volksschulen, von Litzelsdorf bis Breitenbrunn, stellten beim ersten Pannotechnikus ihre Experimentierfreudigkeit unter Beweis! Sieger wurde das Team der Volksschule Pöttsching, vor den Volksschulen Mörbisch und Leithaprodersdorf.
Die Gewinner des Pannotechnikus
Die Stationen hat die IV Burgenland gemeinsam mit DI Bernhard Weingartner entworfen, der diese auch mit seinem Physikmobil betreut hat. DI Weingartner war 2009 Gewinner des internationalen Wettbewerbs für Wissenschaftskommunikation. Weingartner ist Forschungsassistent an der Technischen Universität Wien (TU Wien) und hat sich zum Ziel gesetzt, komplizierte Zusammenhänge einfach und spielerisch an das Kind zu bringen. Auch die Schüler und Schülerinnen der HTL Eisenstadt konnten beim Pannotechnikus ihr Wissen und ihre Freude an der Technik den Volksschülern weitergeben. Sie betreuten die einzelnen Stationen. 

DI Bernhard Weingartner
Schüler und Schülerinnen der HTL Eisenstadt

Beim Pannotechnikus geht es darum den Kindern viel Spannung, Spaß und Spiel zu bieten. Die Kinder lernen viele Grundlagen aus den Gebieten Technik und Naturwissenschaften und das spielerisch und somit nachhaltig. 

Die große Freude die die Kinder im Umgang mit Technik und Naturwissenschaften zeigen, sollen ihre Lehrer und Lehrerinnen motivieren, immer wieder die KINT Boxen (Kinder lernen Naturwissenschaft und Technik) im Unterricht zu verwenden.

Die Experimentierboxen wurden vom Spectra Lehrmittelverlag entwickelt und enthalten umfangreiches Zubehör wie Unterrichtsmaterialien, Arbeitsblätter und fachliche Hintergrundinformationen. Denn  Kinder haben ein natürliches Interesse an Technik und wollen selbst herausfinden, wie etwas funktioniert!

Da die finanziellen Mittel im Schulbetrieb nicht ausreichen um Unterrichtsmaterialien flächendeckend anzuschaffen,  haben die IV-Burgenland und ihre Mitgliedsunternehmen seit 2006 über 120 KINT-Boxen zu den Themen Schwimmen, Sinken, Luft, Luftdruck, Schall und Strom an rund 60 Volksschulen des Landes verteilt. 

Neugierde und Entdeckergeist sind Kindern von Natur aus gegeben! Es liegt an uns allen, diese Wissbegierde, gerade in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften, zu fördern und zu erhalten! Und gerade in der Technik und den Naturwissenschaften besteht die Möglichkeit den Unterricht für alle Altersklassen praxisnah und spannend zu gestalten!

Wir müssen diese Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik erhalten, denn nur dann erhöht sich die Chance, dass unsere Unternehmen später die dringend gebrauchten Techniker auch bekommen!

Für unsere Industrie im Burgenland stellt der Nachwuchsmangel in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen in einigen Branchen ein ernsthaftes Problem dar. Je früher wir daher die Schülerinnen und Schüler für diese Bereiche begeistern können, desto besser sind die Chancen, dass sie sich später auch tatsächlich für einen technisch-naturwissenschaftlichen Beruf interessieren und entscheiden.

Ihre Ingrid Puschautz-Meidl


Für alle Experimente gut gerüstet


Der „Tauchende Trinkhalm“, bei dem mit Hilfe des Wasserdrucks ein Trinkhalm in der Flasche bewegt wird.

Der heiße Draht


Dr. Ingrid Puschautz-Meidl, Geschäftsführerin IV-Burgenland und Mag. Dr. Gerhard Resch, Amtsführender Präsident Landesschulrat Burgenland sind beindruckt vom Können der Pannotechnik-Kids!


Spannung und Spaß am Experimentieren standen im Vordergrund.


Hier wird nachhaltiges Wissen vermittelt!


So macht das Lernen Spaß!


Eine feurige Mischung - Badeschaum und Methangas.


Mit Papierfliegern die Grundlagen der Physik erforschen.


Dr. Ingrid Puschautz-Meidl, Geschäftsführerin IV Burgenland und Initiatorin des Pannotechnikus und IV Burgenland- Vizepräsidentin Mag. Doris Bock


Dienstag, 16. Oktober 2012

ELGA – endlich ist sie da 

Sie wurde viel diskutiert, verschoben, evaluiert und abgeändert. Nun ist sie beschlossen: die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA). 

ELGA hat einen schweren Start hinter sich und auch jetzt gibt es gemischte Reaktionen.
Meiner Meinung nach steigert ELGA Qualität und Transparenz im Gesundheitssystem. Wir haben in Österreich ein dezentrales Gesundheitssystem. Dies führt dazu, dass an der Behandlung und Betreuung der Patientinnen und Patienten mehrere unterschiedliche Gesundheitsorganisationen beteiligt sind. Um für Patientinnen und Patienten eine hohe Qualität der diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen sicher zu stellen,  ist somit ein organsiationsübergreifender Informationsfluss erforderlich! Aktuelle Gesundheitsdaten  der Patientinnen und Patienten sind für die  Prozess- und Ergebnisqualität von Gesundheitsdienstleistungen entscheidend! Je mehr Informationen der behandelnde Arzt über seine Patienten hat, umso besser kann er diesen behandeln!
Um diese wichtigen Informationen jederzeit und jeder Orts abrufen zu können braucht es eine organisationsübergreifende Kommunikation. Also den Einsatz von moderner Informations- und Kommunikationstechnologie!
ELGA liefert einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der dringend notwendigen sektorenübergreifenden, lückenlosen, medizinischen und ökonomisch sinnvollen Versorgung für die Patientinnen und Patienten. ELGA steigert die Prozess- und Ergebnisqualität in der Gesundheitsversorgung!
Für die Unterlassung der Nutzung der vorhandenen ELGA Daten haften zukünftig die Ärzte. Ein Punkt, der von der Ärztekammer gerne kritisiert wird. Ich verstehe nicht ganz, wie man zwar fordern kann, dass es mehr Einblick in Patientendaten geben muss,-  da es z.B. oft bei Medikationen schwierig sei, weil Patienten von unterschiedlichen Ärzten Medikamente bekommen und dies bei einer Behandlung nicht angeben,- dann aber davor zurückscheut, auch die Verantwortung, nämlich die Pflicht diese Daten dann auch zu verwenden, zu übernehmen. Als Patientin und Patient muss man sich darauf verlassen können, dass der behandelnde Arzt alle zur Verfügung stehenden Informationen bei der Behandlung und Therapie berücksichtigt.
Die Forderung nach der Freiwilligkeit der Teilnahme der Ärzte führt meiner Meinung nach das gesamte System ad  absurdum. Was nützt es mir als Patient, wenn zwar mein Internist ELGA verwendet und meine Daten eingibt, aber mein Hausarzt nicht? Eine Datenbank ist nur so gut wie die Informationen die sie beinhaltet! Daher kann ELGA nur bei einer umfassenden Teilnahme von Ärzten und anderen Gesundheitsdienstanbietern effizient funktionieren!
Das Gesundheitswesen muss kosteneffizient weiterentwickelt werden und ELGA ist ein Schritt in die richtige Richtung! Den Kosten für ELGA steht ein wesentlich höherer Nutzen in Form von Kostendämpfungseffekten gegenüber.
Ich bin davon überzeugt, dass das Wissen unserer Wirtschaft bei der ELGA-Umsetzung einen entscheidenden Beitrag dazu leisten kann, das Gesundheitswesen kosteneffizient weiterzuentwickeln. Im Sinne eines Ansprechpartners Vorort und einer sichergestellten Qualität, gehe ich davon aus, dass Errichtung und Betrieb der zentralen ELGA-Systemkomponenten an Österreichische Betriebe vergeben werden. Wettbewerbsverhindernde Monopolstellungen sind auf jeden Fall zu vermieden!
ELGA hat dann auch positive Wirkungen auf unsere Wirtschaft. Die Implementierung von ELGA und in weiterer Folge anderer e-Health-Anwendungen stärkt die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich im internationalen Umfeld! Es sind positive Beschäftigungseffekte in der IT-Industrie sowohl bei den Gesundheitsdienstanbietern, als auch bei einschlägigen IKT-Unternehmen zu erwarten.
Wenn die Politik es also schafft, bei ELGA auf eine effiziente und effektive Einführung zu achten, kann nicht nur das Gesundheitssystem und die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessert werden, sondern auch eine positive Wirkung auf unsere Wirtschaft erzielt werden!
Ihr Bernd Zauner

Montag, 8. Oktober 2012

Es wird Zeit für ein faires, nachhaltiges Pensionssystem

Es ist immer ein heikles Thema, das Pensionssystem! 

Von AK- und ÖGB-Präsident gelobt, vom Forschungsinstitut EcoAustria, dem Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung sowie dem Institut für Höhere Studien als umfassend reformbedürftig eingestuft. Wenn ich mir das derzeitige Pensionssystem in Österreich ansehe, dann kann ich mich den Forderungen nach einer nachhaltigen und umfassenden Reformierung nur anschließen!

Wir brauchen eine Umstellung von einem leistungs- auf ein beitragsorientiertes Pensionssystem. Dieses wäre ein Schritt in mehr finanzielle Nachhaltigkeit. Ein beitragsorientiertes System ist ein faires System, denn die Pensionshöhe hinge von vornherein von den tatsächlich einbezahlen Beiträgen ab.

Das beitragsorientierte Pensionssystem würde sich auch positiv auf unsere Wirtschaft auswirken, indem Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen länger im Erwerbsleben verbleiben und so den Betrieben erfahrene Arbeitskräfte länger erhalten bleiben.

Damit das derzeitige Pensionssystem nicht weiter zu einer finanziellen Belastung der Allgemeinheit ausgeweitet wird, bedarf es dringender Reformen!

Im internationalen Vergleich liegt Österreich beim faktischen Antrittsalter im Schlussfeld und rund vier Jahre unter dem OECD-Schnitt. In Österreich beträgt das tatsächliche Pensionsantrittsalter durchschnittlich 59,2 Jahre bei Männer und 57,3 Jahre bei Frauen! Seit den 70er Jahren ist somit das Antrittsalter um gute 2,7 (Männer) bis 3,1 (Frauen) Jahre gesunken! Bestehende frühzeitige Pensionsformen müssen daher dringend effektive eingedämmt und bei Bedarf auch gestrichen werden!



Wir können es uns nicht leisten, dass, wie im letzten Jahr, nur 21,4% aller Pensionszuerkennungen aus dem Grund der normalen Alternspension erfolgen. Über 75% der Pensionszuerkennungen erfolgt somit mit früherem Pensionsantrittsalter! Und das bei einer stetig steigenden Lebenserwartung! Diese ist in einem nachhaltigen Pensionssystem unbedingt zu berücksichtigen!



Auch von einer Gleichstellung im Hinblick auf ein einheitliches Pensionsantrittsalter für Männer und Frauen sind wir noch weit entfernt. Mit dem Umsetzungsplan der stufenweisen Angleichung, die im Jahr 2033 abgeschlossen sein wird, haben wir es wieder mal unter die Schlusslichter in der EU geschafft, „bravo“!

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich bin durchaus dafür, dass sich jeder den Zeitpunkt seines Pensionsantritts auswählen kann! Nur muss dann die Höhe der Pension auch dementsprechend ausfallen. Daher muss ein korrektes Anreiz- und Abschlagssystem für die Einführung eines flexiblen Pensionsantrittsalters eingeführt werden!

Wer bei Hinweisen auf die hohen Pensionsausgaben von „Panikmache“ spricht, der dürfte sich nicht eingehend mit den Kosten beschäftigt haben!  Fakt ist, dass die Pensionshöhen in Österreich überdurchschnittlich sind! Mit einer Nettoersatzrate von 89,9% des Durchschnittsverdienstes liegt Österreich im OECD-Spitzenfeld! Der OECD-Schnitt liegt bei 72,1%, der EU27-Schnitt bei 75,6%. Letztes Jahr betrugen die Gesamtaufwendungen der gesetzlichen Pensionsversicherung 34 Milliarden Euro, das sind in etwa 11,35% des BIP! Die Bundesmittel beliefen sich auf rund 8,9 Milliarden Euro, das entspricht mehr als einem Viertel der Gesamtaufwendungen (26,2% im Jahr 2011). Die Bundesmittel für die gesetzliche Pensionsversicherung werden laut Prognosen von derzeit rund 3% des BIP auf 6,2% des BIP im Jahr 2045 ansteigen.



Wenn wir die notwendigen Reformen nicht JETZT durchführen, dann werden wir im Jahr 2060 anstatt der derzeit etwa 13,6 Prozent des BIP 23 Prozent - und damit knapp ein Viertel des BIP - für Pensionsausgaben aufwenden müssen!

Das Ziel muss daher sein, dass die Ausfallhaftung des Bundes für die Pensionsversicherung sukzessive zurückgeführt wird und schlussendlich entfallen kann.

Es ist an der Zeit ein zukunftsorientiertes und faires Pensionssystem einzuführen! Die Politik muss auf Nachhaltigkeit setzen und darf entscheidende Umstände, wie eine stetig steigende Lebenserwartung, nicht länger ignorieren! 

Ihr Manfred Gerger

Montag, 1. Oktober 2012

Rot-Weiß-Rot-Karte gegen Fachkräftemangel – ohne bürokratische Hürden!


Wir haben einen eklatanten Mangel an Fachkräften, der sich immer mehr ausweitet. Gerade Personen mit Lehrabschluss sind gefragter denn je. Aktuellen Schätzungen zufolge sind es 30.000 bis 50.000 Fachkräfte, die in den nächsten Jahrzehnten fehlen werden! Das sind alarmierende Zahlen für die österreichische Wirtschaft!

Wir müssen im Sinne einer positiven wirtschaftlichen Zukunft Maßnahmen setzen! Der Wirtschaftsstandort Österreich wird für Industrie und Unternehmen nur attraktiv bleiben, wenn die benötigten Facharbeitskräfte verfügbar sind. Akut können wir dem Fachkräftemangel nur mit der Rot-Weiß-Rot-Karte entgegen wirken. Denn derzeit kann der Bedarf am Arbeitsmarkt nicht abgedeckt werden ohne Nicht-EU-Bürger. Daher müssen wir gewährleisten, dass qualifizierte und gut ausgebildete Menschen in Österreich auch arbeiten dürfen.

Fachkräfte – auch aus Nicht- EU Ländern, müssen aktiv angeworben werden, um den österreichischen Wirtschaftsstandort zu sichern. Dafür ist es auch unerlässlich, dass in die Attraktivität unseres Landes als Zuwanderungsland investiert wird. 

Die Rot-Weiß-Rot-Karte ist bereits ein guter Schritt in die richtige Richtung. Aber die bestehenden bürokratische Hürden und die Verzögerungen bei der Antragseinbringung der Rot-Weiß-Rot-Karte müssen abgebaut werden, damit unsere Betriebe rasch zu den dringend benötigten Arbeitskräften kommen! Derzeit bedarf es einer Vielzahl von Prüfungen, einer Menge an Zeugnissen und einer großen Portion Geduld, bis ein Antrag auf die Rot-Weiß-Rot-Karte genehmigt wird. 

Eine Ausweitung der Rot-Weiß-Rot-Karte zum Beispiel auch für Bachelor – Absolventen, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Erhalt des Wirtschaftsstandortes und Sicherung unseres Wohlstandes. Weshalb gestalten wir für Absolventen eines Bachelorstudiums den Zugang zum Arbeitsmarkt so schwierig? Sie sind gut integriert, haben in Österreich eine fundierte Ausbildung bekommen – und was machen wir? Wir lassen zu, dass diese qualifizierten, jungen Menschen das Land wieder verlassen. Mit der Erweiterung, dass auch Bachelorabsolventen den Antrag auf eine Rot-Weiß-Rot-Karte können, könnten wir viele dieser jungen, motivierten und qualifizierten Menschen für Österreich gewinnen. 

Laut der Wirtschaftskammer werden die österreichischen Betriebe im nächsten halben Jahr 148.000 zusätzliche Mitarbeiter benötigen. Etwa ein Fünftel des Arbeitskräftebedarfs könne nicht durch das Angebot im Inland gedeckt werden. Bisher wurden ca. 2000 Anträge auf Rot-Weiß-Rot-Karte genehmigt. Es ist eine einfache Rechnung! Bis wir den Bedarf an Fachkräften abdecken können, ist es noch ein weiter Weg. Umso wichtiger ist es, jetzt und nicht erst morgen weitere Schritte zu setzen um den Wirtschaftsstandort Österreich auch für die Zukunft zu sichern.

Ihr Bernd Zauner