Dienstag, 11. September 2012

Österreich – der Umverteilungsweltmeister!  Wie ein Drittel der Österreicher den Wohlstand der anderen ermöglicht.


Warum tut sich die Politik so schwer bei der  Senkung von Abgabenquoten? Warum stehen bei Wahlen nicht so wichtige Themen wie Steuerentlastung für unsere Wirtschaft auf dem Programm? Ganz einfach, das Zauberwort heißt Umverteilung.

Mehr als ein Drittel (36,6 Prozent)  der verfügbaren Einkommen der österreichischen Haushalte stammen aus der Umverteilung durch die öffentliche Hand! Das ist mit Abstand der höchste Wert aller OECD-Staaten (OECD-Durchschnitt ist 22 Prozent)! 

Kein Wunder also, dass die Politik sich gerne für Transfererhöhungen und gegen Steuersenkungen ausspricht. Immerhin sind 70 Prozent aller Wahlberechtigten NettotransferbezieherInnen! Die Transfererhöhungen gehen ja nur zu Lasten der 30 Prozent NettotransferzahlerInnen! 


Und die dürfen für die Umverteilung tief in die Tasche greifen, denn um die Transferleistungen zu bezahlen, braucht der Staat Einkommen. Die obersten 10 Prozent der Einkommensbezieherinnen und -bezieher tragen rund 56 Prozent der Einkommenssteuerleistung! Auf die gesamte untere Hälfte (50 Prozent) der Einkommensbezieherinnen und -bezieher entfällt nur knapp 2,5 Prozent des Einkommenssteueraufkommens. Fast 40 Prozent aller Einkommensbezieherinnen und -bezieher sind überhaupt von der Lohnsteuer befreit. 

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 Eine knappe Minderheit erwirtschaftet somit in Österreich die Konsummöglichkeiten für eine knappe Mehrheit!

Aber damit nicht genug, während die durchschnittliche Einkommenssteuerbelastung für die unteren 40 Prozent der Einkommensbezieherinnen und -bezieher seit 2000 gesunken ist , ist sie für alle anderen gestiegen (im Durchschnitt um 1,3 Prozentpunkte) , für die obersten Einkommen ist sie sogar um 3 Prozentpunkte höher als im Jahr 2000. 

Umverteilung in Österreich bedeutet, dass dem oberen Drittel ein Viertel des ursprünglichen Einkommens genommen und an das untere Drittel verteilt wird! 

Im Detail sieht das so aus: Das untere Einkommensdrittel in Österreich zahlt nur 13 Prozent des Steuer- und Abgabenaufkommens, bezieht jedoch 43 Prozent der Staatsausgaben in Form von Sozialtransfers.  Wogegen das obere Einkommensdrittel  59 Prozent der Abgabenlast trägt und dafür nur 25 Prozent der gesamten Leistungen bezieht. 


Im Klartext heißt das, dass im unteren Einkommensdrittel das Einkommen zu 84 Prozent aus Sozialtransfers (ohne Pensionen) besteht. Im mittleren Einkommensdrittel sind es noch 29 Prozent und im oberen Drittel nur mehr 12 Prozent.

Somit hat das unterste Drittel nach der Umverteilung über 149 Prozent des ursprünglichen Markteinkommens, das mittlere Drittel über 95 Prozent und das oberste Drittel sogar nur mehr über 74 Prozent des ursprünglich erwirtschafteten Markteinkommens.  
Es kann nicht angehen, dass das obere Drittel der Österreicher den Wohlstand der unteren Drittel finanziert! 

http://stoppt-die-steuerlawine.at/media/FAQ_Grafiken/umverteilungsprozess_oe.jpg
Und, die Umverteilung nimmt stetig zu, heute fließen fast drei Viertel aller Steuern- und Abgaben in soziale Transfers! 1991 lagen die sozialen Transfers noch bei 79 Prozent des Markteinkommens der 10 Prozent ärmsten Haushalte,  im Jahr 2005 liegen sie schon bei 242 Prozent!  Die 10 Prozent ärmsten Haushalte bekommen somit heute bereits fast 2,5-mal mehr an sozialen Transfers als sie an Markteinkommen erwirtschaften! Das ist eindeutig ein Weg in die falsche Richtung! Es kann nicht sein, dass die Transfers stetig, auf Kosten Weniger, steigen und das Markteinkommen der Bezieher überschreiten!

Bei der Transferlast wird die Relation noch drastischer:  Von den knapp über 3,9 Mio. Erwerbstätigen sind laut Berechnungen der Statistik Austria (Lohn- und Einkommenssteuerstatistik) 1,8 Mio. NettotransferbezieherInnen  und zahlen damit weniger Lohnsteuer als sie an Transferleistungen (ohne Kinderbetreuungsgeld) bekommen. Laut Daten der Umverteilungsstudie des WIFO beziehen zusätzlich mindestens weitere 200.000 unselbstständig Beschäftigte mehr Leistungen aus der öffentlichen Krankenversicherung, als sie an Lohnsteuern, Transfers und Beiträgen zur Krankenversicherung (inkl. Dienstgeberbeitrag) einzahlen.  Somit befinden sich selbst unter den 3,9 Mio. aktiv Beschäftigten insgesamt mindestens 2 Mio. NettotransferbezieherInnen!

 Und das ist nur der Status Quo, der Zustand wird sich aufgrund der demografischen Entwicklung ohne Änderung der politischen Rahmenbedingungen in Zukunft eher noch verschärfen!

Für mich sind diese Zahlen einmal mehr der Beweis, dass es in Österreich ganz dringender Reformen bedarf! Es wird viel zu viel Umverteilt! Wohin steuern wir, wenn wir weiterhin der großzügigen Umverteilung frönen,  den Wirtschaftsstandort Österreich nicht stärken und unsere „cash-cows“ mit neuen Steuererhöhungen belasten?  Wir brauchen Entlastungen für jene, die bisher einen Großteil der Bevölkerung über die Umverteilung finanziert haben! Setzen wir auf Wachstum und nachhaltige Reformen! Investieren wir in Bildung, Forschung, Entwicklung und fördern wir die Produktivität in diesem Lande! Damit wir aus der derzeitigen Umverteilungsspirale herauskommen und Österreich eine gesicherte Zukunft hat.

Ihr Manfred Gerger